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14.11.2017: Weihnachtsbaum im Windkanal auf dem Prüfstand

Zur Sendung im WDR "Weihnachtsbäume im Windkanal"
Lokalzeit aus Aachen | 20.11.2017 | 02:29 Min. | Verfügbar bis 20.11.2018 | WDR

BFT Cognos GmbH ist auch dieses Jahr für das Sicherheitskonzept des Aachener Weihnachtsmarktes verantwortlich. Ein Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist die Standfestigkeit des fast zehn Meter hohen Weihnachtsbaumes im Zentrum des Weihnachtsmarktes.

Im vergangenen Jahr ist dieser wegen starken Windböen umgekippt, sodass dieses Jahr besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden sollen. Im Folgenden wurde eine Nordmanntanne im Windkanal des Fachbereiches Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen auf den Prüfstand gestellt. Beteiligt waren hierbei Institutsleiter der FH Aachen Professor Frank Janser mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Rolf Schauer und Henry Page wie auch der Geschäftsführer der BFT Cognos GmbH Guido Müller und sein Mitarbeiter aus dem Fachbereich Bautechnische Begleitung Joachim Bosten.

Es war wahrscheinlich das erste Mal, dass hier im Windkanal, wo sonst Flugzeugteile, Autos und Motorräder aerodynamisch analysiert werden, eine Nordmanntanne untersucht wurde. Ganz ohne Weihnachtsschmuck und ohne Glühlämpchen wurde der Versuchsbaum am unteren Stammbereich verankert und mit Messinstrumenten versehen. Mit sechs verschiedenen Windgeschwindigkeiten bis zu Windstärke 9, das entspricht 83 Stundenkilometern, wurde getestet und analysiert. Höhere Windstärken waren nicht nötig, da ab Windgeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern die Weihnachtsbuden geschlossen werden und der Markt vorsorglich geräumt wird.

Die empirische Versuchsreihe mit dem kaum 1,40 Meter hohen Bäumchen führte zu überraschenden Ergebnissen, die auf das Zehn-Meter-Exemplar hochgerechnet wurden. Bei einem VW Golf liegt der Strömungskoeffizienten bei 0,27 und im Vergleich dazu ergaben die Messungen, dass ein handelsüblicher Weihnachtsbaum einen cw-Wert von 0,85 besitzt. Das entspricht dem Luftwiderstand eines ausgewachsenen kantigen Lkw. Windstärke 9 hält der Baumstamm ohne Probleme aus, auch wenn er sich nicht wie in der Natur verwurzelt biegen kann. Der unerwartet hohe Widerstandswert führte letztendlich zu dem Ergebnis, dass für einen fast zehn Meter hohen Weihnachtsbaum zehn Tonnen Ballast am Stammende notwendig sind. Mit dem Wissen um diese Anekdote wird sich ein Besuch des diesjährigen Weihnachtsmarktes in Aachen sicherlich noch etwas fröhlicherer gestalten.

Fotos: Aachener Zeitung, Michael Jasper