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25.04.2018: VdS-Fachtagung Evakuierung und Räumung von Gebäuden

Im Rahmen der VdS-Fachtagung in der Residenz am Dom in Köln am 25. April 2018 griffen Herr Lutz Krüger, Herr Georg Spennes und Frau Francesca Sonntag aktuelle Themen aus dem Bereich Evakuierung und Räumung auf, beleuchteten die Hintergründe der Thematik und stellten Erkenntnisse aus konkreten Fallbeispielen vor. Die Moderation der Veranstaltung erfolgte durch unseren Kollegen Herrn Joachim Schäfer.  

Lutz Krüger erläuterte mögliche Betrachtungen in Form eines Räumungskonzeptes und beschrieb anhand von zwei Beispielen der jüngeren Vergangenheit, wie und vor allem wie gut eine Räumung innerhalb eines Krankenhauses erfolgen kann.

In Krankenhäusern halten sich viele geschwächte und eingeschränkte Personen auf, die vielfach und wegen verschiedenster Umstände dauerhaft oder zumindest zeitweise auf Hilfe anderer Personen angewiesen sind. Die Fähigkeit zur Selbstrettung im Gefahrenfall ist bei dieser Personengruppe häufig stark eingeschränkt bis nicht vorhanden. Aus diesem Grunde werden für solche Einrichtungen Planungen und Brandschutzkonzepte erstellt, die ein besonders hohes Sicherheitsniveau durch bauliche, anlagentechnische und organisatorische Maßnahmen sicherstellen. Sollte es dennoch zu einem Gefahrenfall kommen, kann unter Umständen die Räumung einzelner Räume bis hin zu einzelnen Bereichen erforderlich werden. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich hier die Philosophie einer Räumung gewandelt. Zu früheren Zeiten wurde häufig ein komplettes Gebäude bzw. eine komplette Station geräumt. So sehen Konzepte heutzutage eher eine kleingliedrigere Räumung einzelner Personen/Räume vor. Vermehrt werden hierzu für komplexe Gebäude Räumungskonzepte erstellt.

In dem Vortrag „Ingenieurgemäßer Nachweis der Personensicherheit“ stellten Herr Spennes und Frau Sonntag die Handhabung der Ingenieurmethoden im Brandschutz bei der Räumung und Evakuierung anhand von praktischen Beispielen nach dem neuesten Sachstand der DIN 18009-2 vor. 

Die Unversehrtheit des Menschen ist im Rahmen jeder bautechnischen oder veranstaltungsbedingten Planung das oberste Schutzziel. Die seit mehreren Jahren zunehmende Anzahl und Steigerung der gesellschaftlichen Relevanz von Großveranstaltungen, sowie die steigende Kapazität der öffentlichen Gebäude des Gesellschaftsbaus bedingen eine Weiterentwicklung der bisher angewandten präskriptiven Verfahren der Richtlinien und Ordnungen. Diese Weiterentwicklung zeigt sich in leistungsbasierten Nachweisen, um die steigende Komplexität und Exklusivität der Veranstaltungen in der Planung berücksichtigen zu können.

Ein solcher leistungsbasierter Nachweis kann durch die Nutzung empirischer Formeln, mithilfe deterministischer oder probabilistischer Berechnungen erfolgen. Um eine einheitliche Gestaltung und Vorgehensweise, trotz der offenen Bearbeitungsweise und objektspezifisch angepassten Berechnung, zu empfehlen, wird die DIN 18009 entwickelt. Diese soll einen Normvorschlag für die Berechnung der Räumung von baulichen Anlagen im Gefahrenfall darstellen.

Das Grundkonzept für die Räumungssimulation und Personensicherheit wird in der DIN 18009-2 der Abgleich zwischen verfügbarer und erforderlicher Räumungszeit bilden. Um die Bedingungen während der Räumung auf die Erfüllung eines ertragbaren Levels zu überprüfen müssen das entsprechend notwendige Modell und die an das Szenario angepassten Parameter gewählt werden.

Die Grenzwerte um eine Beurteilung mithilfe von Ingenieurmethoden einheitlich und klassifizierbar zu gestalten, bedürfen noch weiterer Forschung und können daher bisher nur auf Basis von dem Fachwissen des Anwenders durchgeführt werden. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die Anwender solcher Rechenmodelle über das entsprechende Fachwissen verfügen, um die Ergebnisse der Berechnungen korrekt auszuwerten.