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24.11.2017: Brandschutzforum 2017: Brennpunkt Sicherheit


Brandschutzforum 2017: Brennpunkt Sicherheit

Am 8. und 9. November 2017 fand in Köln das zweitägige Brandschutzforum zum Thema "Brennpunkt Sicherheit" statt. Das Brandschutzforum informiert über neue bauordnungsrechtliche Regelungen wie die MLAR und die neue Bauordnung in NRW.

Herr Georg Spennes hielt als erster Referent einen erkenntnisreichen und philosophisch inspirierten Vortrag zur Entwicklung des Brandschutzes von den Anfängen des vorbeugenden Brandschutzes, den Auswirkungen auf das Denken des Brandschutzes durch den Wandel der Architektur bis hin zu detaillierten Erkenntnissen hinsichtlich des modernen Brandschutzes und den heutigen technischen Möglichkeiten bei komplexen Bestandsgebäuden. Der Brandschutz ist von der gesellschaftlich-technischen Entwicklung betroffen: sicherer, schneller, smarter, integraler. Im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Wandel, architektonischen Ansprüchen, strengen gesetzlichen Vorhaben, Herstellern von Bauprodukten und Interessen der Bauherren steht der Brandschutzingenieur vor den Herausforderungen der sicheren Bauten.

Als Praxisbeispiel bot sich hier ein Referenzprojekt an, das die ganze BFT Gruppe schon seit vielen Jahren erfolgreich begleitet. Es hat eine Gesamtfläche von ca. 130.000 m², ca. 6.000 Räume, in denen ca. 5.700 Mitarbeiter tätig sind. Mit ca. 1.300 Betten, ca. 50.000 stationären Patienten und weiteren rund 150.000 ambulanten Patienten ist das Uniklinikum Aachen eines der größten Krankenhausgebäude in Europa.

In seinem Fachvortrag stellte Herr Spennes die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit von Beteiligten bei der Planung und Umsetzung der Bauvorhaben vor und erklärte die Voraussetzungen für einen qualitaiv hochwertigen Brandschutz. Am Beispiel des Universitätsklinikums der RWTH Aachen sollten die notwendigen Entwicklungen aufgezeigt werden, die der Brandschutz heute erbringen muss. Aufgrund der außergewöhnlichen Größe musste man zur Errichtung des Klinikums den vorbeugenden Brandschutz mit all seinen Facetten neudenken und weiterentwickeln.

 

Bei einem dynamischen Projekt in der Komplexität der Uniklinik geraten die Übersichtlichkeit und die geordnete Strukturierung der Um- und Anbauten schnell an ihre Grenzen. Dies wird vor allem ausgelöst durch die vorhandenen Schnittpunkte von genehmigtem Bestand und den Neuplanungen sowie einer lang anhaltenden Planungsdauer. In solchen Fällen wirken die Brandschutzerfahrungen unterschiedlicher Wissensstände auf die Konzeptionierung ein.

Die vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen wurden bei zwei größeren Brandereignissen im Gebäude auf den Prüfstand gestellt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führen bis heute zu einer Weiterentwicklung des Brandschutzes. Die Brandschutzmaßnahmen innerhalb eines Gebäudes dieser Größenordnung und die Vielfalt an Nutzungen können nicht mit Standardlösungen bewältigt werden. Vielmehr zeigt das Gebäude, dass das Sicherheitsniveau mit speziell auf das Objekt zugeschnittenen, schutzzielorientierten Lösungen gleichwertig oder sogar höher sein kann. Dies ist insbesondere auch daran zu erkennen, dass es seit 1996 keine Brandvorfälle mehr gegeben hat. Die Uniklinik verkörperte von Beginn an einen Vorreiter in Sachen Brandschutz und wird diese Entwicklung auch in Zukunft sicherlich vorantreiben. Als „bedeutendstes Zeugnis der Hightech Architektur in Deutschland“ steht das Gebäude seit 2008 unter Denkmalschutz.

Das große Ganze
Egal, ob man den Fokus auf das kleine einzelne Bauprodukt wirft oder auf die wesentlichen Komponenten wie Tragwerk und Raumabschluss, ist das große Ganze durch die Anwendung des Brandschutzingenieurwesens in sich ruhend. Ob Glas, Beton, Stahl, Holz, Gipskarton oder Calciumsilikat-Platten - die Praxis zeigt, dass moderne Baustoffe leistungsorientierte Betrachtungen benötigen.
Brandschutzkonzepte und Brandschutzingenieurwesen verschmelzen. Die Zeit des „Simulation of Science Engineering“ ist gekommen. Der Traum, „Materials“ zu rechnen, geht in Erfüllung. Nun können wir ruhig weiterbauen – große Gebäude mit besonderen Risiken, Neubauten, Bestandsbauten – für alle Baukonstruktionen gibt es eine brandschutztechnische Lösung.