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07.02.2019: BFT als Teil des Aachener Innovationsnetzwerkes „Textiles Bauen“

Robert Schild (Saint-Gobain), Georg Spennes (BFT Cognos), Prof. Anya Vollpracht (Institut für Baustoffforschung der RWTH Aachen University – ibac), Prof. Michael Raupach (Leiter ibac), Thomas Heiermann (ibac), Johannes Jansen (A. Frauenrath), Goar T. Werner (AACHEN BUILDING EXPERTS), Matthias Krüger (GKD - Gebr. Kufferath), Dr. Andreas Koch (Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University). Foto: Sabine Schmidt, das-design-plus.de


Innovationsworkshop „Textiles Bauen“ der Aachen Building Experts e.V.

Im Februar 2019 veranstaltete das im Juli 2018 gegründete Innovationsnetzwerk „Textiles Bauen“ der Aachen Building Experts e.V. (ABE) einen gleichnamigen Workshop, bei dem Projekt- und Produktbeispiele, Brandschutz und Umweltverträglichkeit die inhaltlichen Schwerpunkte darstellten. Um Strategien für den Brandschutz beim Einsatz von Textilbeton ging es im Vortrag von Dipl.-Ing. Georg Spennes, Geschäftsführender Gesellschafter der BFT Cognos GmbH. Thematisiert wurden vor allem die Tragfähigkeit im Brandfall und der Verwendbarkeitsnachweis für Bauprodukte und Bausätze. „Im Ausbau der Schnittmenge von Bautechnik, Architektur und dem gesetzlichen Rahmen liegt Zukunftspotenzial für Carbonfasern im Bauwesen“, erläuterte der Brandschutzexperte. Die Teilnehmer gewannen durch die interessanten Expertenvorträge viele neue Einsichten in die Praxis des textilen Bauens. Die Pausen boten Gelegenheit, sich über die vielseitigen Anwendungen von technischen Fasern im Bauwesen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszutauschen. Eine gute Voraussetzung für das Hauptziel des ABE-Innovations-Netzwerkes: die Realisierung gemeinsamer Innovationsprojekte durch seine Mitglieder.

„Die vielfältigen Möglichkeiten des Baustoffes Textil und das hohe Potenzial von technischen Fasern und Textilien sind in der Baubranche noch viel zu wenig bekannt“, so Goar T. Werner, Geschäftsführer des ABE. Daher führt der ABE gezielt Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Unterstützt wird das im Juli 2018 gegründete Innovationsnetzwerk von RWTH-Instituten für Textiltechnik und Lehrstuhl für Textilmaschinenbau (ITA), Baustoffforschung (ibac) sowie dem TFI - Institut für Bodensysteme an der RWTH Aachen e.V. Andreas Koch, Bereichsleiter Construction Composites beim ITA, betont: „Wir möchten Innovationen schaffen, die industrierelevant sind. Zusammen decken wir die Prüfung und Zulassung von Bauteilen und textilen Produkten sowie die Faser- und Textilienentwicklung ab.“ So können sich Netzwerk-Partner an die Forschungseinrichtungen wenden, um Recherchen und Analysen zum Stand der Technik und Patente in Auftrag zu geben. Auch können Innovationsworkshops im kleinen Kreis stattfinden, Prüfungen durchgeführt, bei der Beantragung von Fördergeldern für öffentliche Projekte unterstützt oder aber direkte Industrieforschung (z. B. Produktentwicklung) betrieben werden.


Ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen mit technischen Textilien

Textilbeton oder Gelege aus textilen Werkstoffen weisen entscheidende Vorteile gegenüber klassischen Baustoffen wie Stahl, Glas und Beton auf. Die textile Bewehrung im Betonbau ermöglicht aufgrund ihrer Korrosionsbeständigkeit vergleichsweise schlanke Betonbauteile mit geringem Eigengewicht, die dennoch sehr tragfähig und beständig sind. Die enorme Gewichtseinsparung senkt Transportkosten und ermöglicht es, höher zu bauen. Dies spart Grundfläche. Textilbeton benötigt darüber hinaus bis zu 80 Prozent weniger Beton. Daher schont der Baustoff Ressourcen, zum Beispiel den knapp werdenden Bausand. Besonders die starke Reduktion des Zementbedarfs ermöglicht 80 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen. Die Zementherstellung der globalen Bauwirtschaft verursacht höhere CO2 -Emissionen als der weltweite Luftverkehr. Somit leistet Textilbeton einen wichtigen Beitrag zum ressourceneffizienten und nachhaltigen Bauen – der Zukunft der Bauwirtschaft.

Bei der Membranbauweise spielt die Leichtigkeit der Konstruktionen eine große Rolle. Hiermit lassen sich große Flächen überdachen. Gleichzeitig wird die textile Architektur höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht. Bekanntes Beispiel bildet das Gerry-Weber-Stadion mit seiner etwa 6.000 m2 umfassenden Dachkonstruktion.

Tragende Komponenten beim textilen Bauen sind textile Konstruktionen aus Hochleistungsfasern. Sie zeichnen sich durch extrem hohe Festigkeiten auch bei hohen Zugkräften aus - bei gleichzeitig geringem Gewicht. Meist werden die textilen Ausgangsmaterialien vor ihrer Verwendung zusätzlich beschichtet oder imprägniert. Diese Behandlungen ermöglichen spezifische Funktionalisierungen für den jeweiligen Zweck. Dies sorgt für eine große Anwendungsbreite. Teilweise sind textile Bauteile lichtdurchlässig, gleichzeitig schützen sie vor Wärme. Auch verbessern „Hightex“-Materialien akustische Eigenschaften von Räumen. Nicht zuletzt bieten textile Architekturen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Form- und Farbgebung.